Die St. Blasius Kirche
Die alte Kirche, deren ältester Teil aus dem 12. Jahrhundert stammt, stellt das bedeutendste Baudenkmal der Stadt dar. Die geschichtliche Entwicklung Balves in den folgenden Jahrhunderten wurde dann weitgehend von ihrem politischen Schicksal als Ort an der Grenze zwischen kurkölnischem Gebiet und der Grafschaft Mark bestimmt. So gehörte Balve bis 1358 zur Grafschaft Arnsberg und kam hierauf mit der Grafschaft zum Erzbistum Köln, eine Bindung, die durch Jahrhunderte bestimmend blieb. Das Jahr 1430 brachte dem Ort an der Grenze die Verleihung der Stadtrechte durch den Kölner Kurfürsten und Erzbischof Dietrich II. Von Moers ( 1414-1463). Seit der Verleihung der Stadtrechte erlangte das kleine Ackerbürgerstädtchen des Mittelalters immer mehr an Bedeutung. Balve gehörte nunmehr dem Landtag des kurkölnischen Herzogtums Westfalen, der Kurie der Städte und Freiheiten an, durfte vier Jahrmärkte ausrichten, die auch überregional geschätzt und besucht wurden, und besaß eine eigene Gerichtbarkeit. Der Ort konnte sich seine städtische Verfassung mit vielen demokratischen Elementen aus der kurkölnischen Zeit bis zum Ende der absolutistischen Epoche bewahren. Als sich unter dem Einfluß der französichen Revolution und der Herrschaft Napoleons das Gesicht des alten Europas zu wandeln begann, wurden die Balver kurze Zeit (1802-1815) hessische Untertanen, was eine Reihe von Änderungen im Bereich der Verwaltung, der Gerichtsbarkeit sowie der Kultur- und Kirchenpolitik zur Folge hatte. 1815 kam das Balver Land dann mit dem ehemaligen kurkölnischen Herzogtum Westfalen an das Königreich Preußen. Während die preußische Verwaltungs-, Kultur- und Militärpolitik auch hier nicht ohne Einfluß blieb, hinterließ die beginnende Industrialisierung ihre Spuren. So stammt aus den Anfängen des 18. Jahrhunderts das bemerkenswerte Kulturdenkmal Luisenhütte in Balve/Wocklum. Es handelt sich dabei um die einzige Hochofenanlage dieser frühen Art in Mitteleuropa, die im funktionsfähigen Zustand erhalten ist. Die in den ersten Jahrzehnten unseres Jahrhunderts einsetzende rasante Entwicklung von Wirtschaft und Technik brachte für Balve zunächst keine wesentliche Strukturveränderung. Die verkehrstechnisch ungünstige Lage des Ortes an der mittleren Hönne, seine von Land- und Forstwirtschaft geprägte Infrastruktur machten es den Einwohnern schwer, wirtschaftlichen Anschluß zu halten oder gar zu gewinnen. Erst seit den fünfziger Jahren ist auch hier ein immer deutlicher werdender Wandel eingetreten.
Die vormals kleine Stadt Balve, die schon im Jahre 1930 voller Stolz ihr tausendjähriges Bestehen feierte, inmitten einer eigenständigen und selbstbewußten dörflichen Umgebung - dem "Balver Land" - gelegen, stellt sich heute als ein aufgeschlossenes Gemeinwesen mit allen notwendigen Einrichtungen einer modernen Daseinsvorsorge dar. Seit der Durchführung der Gebietsreform im Jahre 1975 ist die Stadt weit über ihre ursprünglichen Stadtgrenzen hinaus gewachsen und bildet mit den Stadtteilen und ehemaligen Gemeinden Garbeck, Beckum, Langenholthausen, Volkringhausen, Eisborn und Mellen die neue Stadt Balve, die ihre in den Jahrhunderten gewachsene Bindung an das kurkölnische Sauerland aufgeben mußte und jetzt Bestandteil des neugeschaffenen Märkischen Kreises ist. Die Stadt Balve mit ihren Stadtteilen hat sich in den letzten Jahren mehr und mehr zu einem interessanten Feriengebiet im Sauerland entwickelt. Die rund 12.500 Einwohner zählende Stadt verbindet eine herzliche Partnerschaft mit der niederländischen Gemeinde Heerde. Daneben unterhält der Stadtteil Beckum partnerschaftliche Beziehungen zur französischen Gemeinde Roussay.