Aktuelles aus dem Rathaus

Verleihung des Bürgerpreises

Alle Jahre wieder und in guter Tradition möchte die Stadt Balve das Engagement von Bürgerinnen und Bürgern ehren und dieses Wirken der breiten Öffentlichkeit vorstellen.

Balve und unsere Gesellschaft insgesamt lebt von bürgerschaftlichem Engagement. Das ist keine neue Erkenntnis der stattlichen Stellen aber sie darf und muss dennoch immer wieder betont werden.

Der Staat, die Stadt kann gar nicht all das leisten, was wir alle und der Einzelne im bürgerschaftlichen Engagement leistet. Denn es gehört auch zu einer Binsenweisheit, dass der Staat oder in unserem Fall die Stadt, nicht eine höhere oder gar imaginäre Macht darstellt. 

Die Stadt - das sind wir alle.
 
Deswegen gilt mehr denn je die Aussage von Jon F. Kennedy, dem 35. US Präsidenten:
Frage nicht was dein Land für dich tun kann. Frage, was du für dein Land tun kannst.
 
Nach dieser Weisheit, auf uns hier in Balve herunter gebrochen, können wir froh und stolz sein, dass es immer wieder Menschen gibt, die nicht nur reden sondern anpacken und gestalten.

Denn wie heißt es so schön:
 
Einen Vorsprung im Leben hat, wer da anpackt, wo die Anderen erst einmal reden.
 
Getreu diesem Motto, möchten wir heute Menschen unserer Stadt ehren, die sich genauso verhalten und genauso in ihrem Dorf gewirkt haben und auf Dauer auch wirken.
Diese Menschen brauchen wir, braucht unsere Gesellschaft und braucht jedes Dorf, egal ob im Sauerland oder irgendwo in Deutschland.
Gott sei Dank, ist diese Tugend – das gesellschaftliche Einbringen – in Deutschland und somit auch bei uns, besonders ausgeprägt. Aus diesem Grunde sind in der Vergangenheit auch solche Mammutleistungen wie der Bau ganzer Gerätehäuser erst möglich geworden. Leider muss ich sagen, solche Projekte sind in ihrer Gesamtheit heute nicht mehr möglich, da Auflagen und Sicherheitsbestimmungen dies unmöglich machen.
Aber so etwas in der Art ist auch heute – in unserer sehr formalistischen Gesellschaft – noch möglich.
Und um genau so ein Projekt geht es am heutigen Abend
 
Es geht um den Umbau der ehemaligen GS in LA in ein Haus für alle! und das beispielgebende Engagement von einer Reihe von Menschen aus LA, die dieses Mammutprojekt  möglich gemacht und umgesetzt haben.
 
Ende 2012 war klar, dass die Grundschule in LA wg. der zu geringen Schülerzahlen im Sommer 2014 geschlossen werden musste. Das war für das Dorf ein Schock, obwohl allen klar sein musste, dass die Kinderzahlen die Schulschließung alternativlos machten.
Diese Krise wurde für einige als Gefahr angesehen, für andere war es Gelegenheit.
 
Gelegenheit neues, alternatives zu denken und somit den Standort als solches in eine sinnvolle Nutzung zu überführen und somit das Gebäude dem Dorf zu erhalten.
Daraus entwickelten einige kluge Köpfe des Dorfes ab Anfang 2013 erste Versammlungen und richteten ein Dorfforum ein, um Ideen für eine Umnutzung des Gebäudes zu sammeln.
Im Zuge des DEK, im Sommer 2013, wurde auch schnell klar, dass die ehemalige Schule zum Dorfmittelpunkt werden sollte, da es diesen so in LA noch nicht gab.
Dank der Regionale 2013 konnten diese Ideen schnell weiter entwickelt werden und wurden am Ende des Tages zu dem Modellprojekt im Märkischen Kreis.
 
Anfang 2014 lagen dann auch schon erste Umbaupläne und Kostenschätzungen vor, die den ungeheuren Betrag von rd. 1,0 Mio. € auf den Tisch legten.
Trotz dieser nicht alltäglichen Summe, wurde in LA weiter geplant und es festigte sich der Wille, das Projekt zu stemmen. Dabei war aber auch schnell klar, dass diese Summe nicht durch die Stadt gestemmt werden konnte.
Deswegen wurde der Verein SoKoLa.De gegründet, um die Realisierung des Projektes auch formal umsetzen zu können und um einen Vertragspartner für die Stadt Balve zu haben.
 
Das Ergebnis aus diesem Prozess war dann ein Förderbescheid aus Arnsberg über den Betrag von 700 T€, eine Zusage der Stadt über 100 T€ und ein Baubeginn im Jahre 2016.
Wer jetzt mitgerechnet hat, der kann feststellen, dass bei meiner Auflistung noch 200 T€ fehlen.
Eben dieser Betrag wurde monetär mit 100 T€ durch das Dorf gestemmt und die anderen 100 T€ wurden durch Hand und Spanndienste der SoKoLa.de erarbeitet.
Das alleine ist schon eine Leistung für eine Dorfgemeinschaft wie in Langeholthausen, Da zumal fast gleichzeitig der TuS Langenholthausen sein Sportheim baute und die Schützen aus LA Umbaumaßnahmen an und in der Schützenhalle durchführten.
 
Aber selbst diese Umstände waren mir einer Würdigung nicht genug. Entscheidend bei der Entscheidung waren  zwei Faktoren:

1. Betrieb und Unterhaltung, ab dem Start in 2019 liegen vollumfänglich beim Verein.

Er ist verantwortlich für die Betriebskosten und für kleinere Unterhaltungsarbeiten.
und muss sich um Vermietung und Verpachtung kümmern.

2. Das Gebäude mit seinen Räumlichkeiten kommt allen im Dorf zu Gute und kann durch alle genutzt werden.

Unser Haus für Alle!
Und hier spielt die Jugend eine entscheidende Rolle. Die Kath. Landjugend hat durch das Engagement  des Vereins, eine feste Bleibe gefunden, die sie gut und gerne nutzt. Und dies führt am Ende des Tages auch zu einer tieferen Bindung der Dorfjugend zu ihrem Ort – mit hoffentlich großen Dorfhaftungseffekten.
 
 
Dieser ganze Prozess, von dem Schock der Schulschließung, ersten Gedanken, Planung, Realisierung, laufender Betrieb und zur Verfügungstellung für die Öffentlichkeit
 
ist einen Bürgerpreis der Stadt Balve wert.
 
Ich gratuliere dem Vorstandsteam und dem Arbeitskreis  unter der Leitung von Michael Grote, Christoph Rapp, Ulrike Schwartpaul, Robin Vorsmann
ganz herzlich.

Ausdrücklich, aber namentlich nicht alle aufzählend könnend, Danke ich natürlich allen fleißigen Helfern allen Unterstützern und guten Geistern, die sich in dieses beispielgebende Projekt eingebracht haben.